Wichtige Informationen

Pflegesachleistungen

Sie nehmen die Hilfe eines Pflegedienstes in Anspruch

und erhalten Leistungen im Wert von:

 

Pflegestufe I     450,00 €

Pflegestufe II    1.100,00 €

Pflegestufe III   1.550,00 €

Pflegegeld

Sie leisten die Pflege selbst und erhalten dafür von der Pflegekasse
eine finanzielle Entschädigung:

 

Pflegestufe I     235,00 €

Pflegestufe II    440,00 €

Pflegestufe III   700,00 €

 

Kombinationsleistung (Pflegegeld und Sachleistungen)

Beispiel: Patient mit Pflegestufe II

Sachleistungen (Hilfe durch einen Pflegedienst) in Höhe von 520,00 €
Das entspricht 50% des zur Verfügung stehenden Betrages (1040 €).
50% vom Pflegegeld (430,00 €) werden ausgezahlt = 215,00 €

Häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson

Die Aufwendungen durch die Pflegekasse für die ambulante ErsatzPflege durch einen Pflegedienst oder stationäre Kurzzeitpflege kann sich im Kalenderjahr für längstens 4 Wochen bis 1.550,00 € belaufen, wenn die Ersatzpflege durch Pflegepersonen sichergestellt wird, die mit dem Pflegebedürftigen nicht bis zum zweiten Grade verwandt oder verschwägert sind und nicht mit ihm in häuslicher Gemeinschaft leben. Die Pflegeversicherung übernimmt, sowohl bei ambulanter als auch bei stationärer Pflege, nur dann die Kosten, wenn sie nachweislich durch eine professionelle Pflegekraft oder eine Einrichtung durchgeführt wird, die einen Vertrag mit der Pflegekasse hat.

 

Voraussetzung ist, daß die Pflegeperson den Pflegebedürftigen vor der erstmaligen Verhinderung mindestens sechs Monate in seiner häuslichen Umgebung gepflegt hat. Hier werden nur die reinen Pflegekosten übernommen.

Die Pflegeversicherung übernimmt, sowohl bei ambulanter als auch bei stationärer Pflege, nur dann die Kosten, wenn sie nachweislich durch eine professionelle Pflegekraft oder eine Einrichtung durchgeführt wird, die einen Vertrag mit der Pflegekasse hat.

Pflegehilfsmittel und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen

Zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel dürfen monatlich den Betrag von 31,00 € nicht überschreiten.

 

Technische Hilfsmittel werden von der Pflegekasse vorrangig leihweise überlassen.Lehnen Versicherte die leihweise Überlassung eines Pflegehilfsmittels ohne zwingenden Grund ab, haben sie die Kosten des Pflegehilfsmittels in vollem Umfang selbst zu tragen. Versicherte haben zu den Kosten der Pflegehilfsmittel eine Zuzahlung von 10%, höchstens jedoch 25 Euro je Pflegehilfsmittel zu leisten.

 

Die Pflegekassen können subsidiär finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes des Pflegebedürftigen gewähren, beispielsweise für technische Hilfen im Haushalt, wenn dadurch im Einzelfall die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert oder eine möglichst selbständige Lebensführung des Pflegebedürftigen wiederhergestellt wird. Die Höhe der Zuschüsse ist unter Berücksichtigung der Kosten der Maßnahme sowie eines angemessenen Eigenanteils in Abhängigkeit von dem Einkommen (höchstens 50 % des monatlichen Bruttoeinkommens) des Pflegebedürftigen zu bemessen. Die Zuschüsse dürfen einen Betrag in Höhe von 2 557 Euro je Maßnahme nicht übersteigen Zusätzlich bis 50% des Betrages für Pflegesachleistungen möglich.

 

Pflegestufen im Überblick

Die Pflegebedürfigkeit wird vom Gesetzgeber (SGB XI, §14) wie folgt definiert:

„Pflegebedürftig (…) sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlich und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate in erheblichem oder höheren Maße der Hilfe bedürfen.“

 

Unter den „gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens“ versteht man Körperpflege (z. B, Waschen, Baden, Zahnpflege, Rasieren, Darm- und Blasenentleerung), Nahrungsaufnahme (mundgerechte Zubereiten und Aufnahme von Nahrung), Mobilität (selbstständiges Aufstehen und, An- und Auskleiden, Gehen, Stehen,  Treppensteigen) und hauswirtschaftliche Versorgung (Einkaufen, Kochen, Reinigen der Wohnung, Waschen der Kleidung).

Pflegestufe I - Erhebliche Pflegebedürftigkeit

Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität für wenigstens zwei Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen mindestens einmal täglich der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen.

Der Zeitaufwand, den ein Familienmitglied oder eine andere, nicht als Pflegekraft ausgebildete Pflegeperson für die erforderlichen Leistungen der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität) und hauswirtschaftlichen Versorgung benötigt, muss wöchentlich im Tagesdurchschnitt mindestens 90 Minuten betragen; hierbei müssen auf die Grundpflege mehr als 45 Minuten entfallen.

Pflegestufe II - Schwerpflegebedürftigkeit

Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Der Zeitaufwand, den ein Familienmitglied oder eine andere, nicht als Pflegekraft ausgebildete Pflegeperson für die erforderlichen Leistungen der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität) und hauswirtschaftlichen Versorgung benötigt, muss wöchentlich im Tagesdurchschnitt mindestens 3 Stunden betragen; hierbei müssen auf die Grundpflege mindestens 2 Stunden entfallen.

Pflegestufe III - Schwerstpflegebedürftigkeit

Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität täglich rund um die Uhr, auch nachts, der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Der Zeitaufwand, den ein Familienmitglied oder eine andere, nicht als Pflegekraft ausgebildete Pflegeperson für die erforderlichen Leistungen der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität) und hauswirtschaftlichen Versorgung benötigt, muss wöchentlich im Tagesdurchschnitt mindestens 5 Stunden betragen; hierbei müssen auf die Grundpflege mindestens 4 Stunden entfallen. Der Zeitaufwand für die hauswirtschaftliche Versorgung wird bei allen drei Pflegestufen auf tägliche Durchschnittswerte umgerechnet und so zur Pflegezeit hinzu addiert.

Grundsätzlich werden drei Arten von Leistungen unterschieden:

Geldleistung

Das Pflegegeld wird ausgezahlt und soll für die Pflege verwendet werden. Eine Pflegeperson, die die pflegerische Versorgung sicherstellt muss benannt werden. In der Pflegestufe I und II muss alle sechs Monate ein Pflegeberatungsgespräch nach § 37.3 SGB XI durch einen Pflegedienst durchgeführt werden und eine Bestätigung der Pflegeversicherung vorgelegt werden. Die Kosten werden von der Pflegekasse übernommen. In Pflegestufe III muss der Pflegeeinsatz alle drei Monate erfolgen.

Sachleistung

Die Pflege wird von einem qualifizierten Pflegedienst ihrer Wahl übernommen. Die erbrachten Leistungen werden bis zum Höchstbetrag der jeweiligen Pflegestufe entsprechend mit der Pflegekasse direkt abgerechnet. Alle Leistungen, die diesen Betrag überschreiten, müssen vom Patienten selbst getragen werden. Bei niedrigem Einkommen/ Rente kann das Sozialamt involviert und eine weitere Kostenübernahme beantragt werden. Geld- und Sachleistungen werden kombiniert, d.h. sie nehmen die Leistungen eines Pflegedienstes in Anspruch und bekommen das „nicht verbrauchte Geld“ prozentual dem Pflegegeld entsprechend erstattet.

Beispiel: Patient mit Pflegestufe II:

Sachleistungen (Hilfe durch einen Pflegedienst) in Höhe von 520,00 €
Das entspricht 50% des zur Verfügung stehenden Betrages (1040 €).
50% vom Pflegegeld (430,00 €) werden ausgezahlt = 215,00 €

Wichtig!

Die Pflegeversicherung ist ein Zuschuss und keine Vollversicherung, der Ihnen helfen soll eine pflegerische Grundversorgung sicherzustellen. Leistungen erhalten Menschen, die mind. 2 Jahre versichert sind und auf Dauer (für mind. ½ Jahr) pflegebedürftig sein werden. Pflegebedürftigkeit kann nur durch ein Gutachten des Medizinischen Dienstes (MDK) festgestellt werden.